Im Darknet werden nicht bloß sämtliche Rubriken von Rauschmittel gehandelt, statt dessen genauso Medikamente. Die dienen ein wenig der Selbstmedikation verzweifelter Patienten, meinen immerhin die Händler. Ein Einblick in das Business der „illegalen Apotheken“.

Das Netz lässt sich mit einem monumentalen, hellen Gebäude kontrastieren. Die größten Räume sind reputabel, gleichermaßen die dunklen Ecken – wenigstens glauben die Bewohner das. Darauffolgend merken sie plötzlich, dass es noch ein großes Kellergewölbe gibt. Wer einmal dort war, mitgeteilt mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu hiervon. Es ist eine Welt, von der viele wahrscheinlich lange noch nicht einmal wussten. So in zum Beispiel ist es mit dem Darknet, der digitalen Unterwelt.

Darknet Drogen bestellen

Unauffindbar für die Suche

Das Darknet steht für all die Webseiten, die von Suchalgorhithmen nicht gefunden werden und die sich mit technologischen Mitteln vor neugierigen Blicken verstecken. Vor allem staatliche Ermittler sollen ferngehalten werden. Alles, was sich Personen an Fortschrittlichem, Banalem und Abstoßendem ausdenken können, ist hier vertreten. Es ist ein Schutzraum für Dissidenten und Whistleblower. Doch das Darknet wird genauso von Pädophilen missbraucht, die dort Fotos tauschen.

Und es gibt Dutzende hochpro-fessionelle Webshops für illegale Güter. Auf diesen „Kryptomärkten“, wie sie in der Szenesprache heißen, werden an einleitende Stätte Rauschmittel gekauft und verkauft, zusätzlich noch gehackte Kreditkartendaten, Waffen und Falschgeld. Gleichfalls Medikamente werden dort gehandelt.

Alphabay, zurzeit der größte solcher illegalen Webshops, listet um die 50 000 Produktangebote allerhand Händler auf. Exemplarisch 50 % hierdurch fällt in die Gruppe „Drugs and Chemicals“. Hierfür wiederum gehören zwei Unterkategorien mit Medikamenten: „Prescription“, das lautet verschreibungspflichtige Medikamente (2 103 Angebote), und „Benzos“ (2 068 Angebote). Wie zum Beispiel 800 der Angebote werden genauso nach Deutschland geliefert. Offeriert wird exemplarisch die Potenzpille Cialis und das indische Viagra-Generikum Kamagra, Präparate mit dem Opioid Oxycodon und ausgewählte Benzodiazepine.

Darknet Drogen bestellen

Andere Marktplätze heißen Abraxas, East India Company oder Middle Earth Marketplace und arbeiten gleichartig. Wie von Amazon oder Ebay prominent, können Erwerber Nutzerbewertungen zu Händlern und Artikeln schreiben. Schwarze Schäfchen, die trotz Bezahlung nicht liefern oder unzureichende Qualität verkaufen, werden auf diese Weise öffentlich gebrandmarkt.

Und wie im normalen E-Commerce besteht das Ökosystem der Kryptomärkte aus in Ordnung und gerne drei Parteien: den Marktplätzen, den Händlern und den Käufern. Einige Händler haben sich allein auf Medikamente spezialisiert, für übrige sind sie lediglich Teil eines größeren Produktportfolios, das primär aus Rauschmittel besteht.

Kleine und erhebliche Fische

Mit Darknet-Händlern zu kommunizieren, ist nicht mühelos. Zu groß ist ihr Misstrauen, das Gegenüber könnte eventuell ein Ermittler oder ein Konkurrent sein, der sie ausspionieren möchte. Zwei deutsche Händler haben sich danach allerdings doch dafür einsatzfähig erklärt. Um anonym zu bleiben, haben sie darauf bestanden, dass ihre Händlernamen nicht genannt werden, sowohl wenig wie die Marktplätze, auf denen sie aktiv sind. Einer wollte sich obendrein ebenso nicht flott zitieren lassen. Im Folgenden heißen die beiden mühelos Händler 1 und Händler 2.

Den Umfang des Medikamentenmarktes im Darknet schätzen sie anders ein. Händler 1 hält immerhin die deutschen Szene für übersichtlich: „Es ist hierdurch auszugehen, dass eine halbwegs akzeptabel platzierte Apotheke den Umsatz eines Darknet-Händlers um einiges übertrifft, zumal die überwiegende Zahl der angebotenen Medikamenten, von ausländischen Anbietern stammt.“ Bei den gehandelten Medikamenten existieren klare Bestseller, erzählt er: „Am nützlichsten laufen entspannende respektive angstlösende Medikamente, starke Schmerzmittel, Neuro-Enhancer und die berühmten Potenzpillen.“

Auf die komplette Branche bezogen, gebe es längst einen äußerst großen Kundenstamm, meint hingegen Händler 2. Neben vielen kleinen Händlern seien gleichermaßen einige sonderlich enorme am Markt. Er selbständig würde sich tendenziell zu den kleinen Fischen zählen. Der Bedarf an Medikamenten aus dem Darknet übersteige seine bestimmten Gelegenheiten. Er selbständig liefert nicht selten an Stammkundschaft. In der Hälfte der Fälle gehe es im Zuge der Anschaffung von Heilmitteln im Darknet deutlich um Missbrauch, also die Verwendung jenseits ihrer Indikation. Bei der sonstigen Hälfte allerdings handele es sich um Selbstmedikation, schätzt er.

Darknet Drogen bestellen

Ein Grund, warum Menschen sich auf eigene Faust mit Medikamenten versorgen, sei die Scham, mit Fremden über persönliche Schwierigkeiten zu reden, meint Händler 1. Obendrein spielen als negativ empfundene Erfahrungen mit Ärzten eine Rolle: „fehlendes Vertrauen in die Ärzte, weil wirksame Medikamente meistens mühelos abgesetzt werden, die Dosierung im Laufe der Zeit nicht abgestimmt wird oder die verschriebenen Medikamente umstandslos nicht die erwählte Wirkung erzielen“. Er habe genauso den Verdacht, dass die Verschreibungspraxis hierzulande in gewissem Maße außerordentlich restriktiv sei. Ihm falle exemplarisch auf, dass Schmerzmittel nahezu allein nach Deutschland verschickt werden. Insgesamt sei es ebendarum wenig überraschend, wenn Menschen über das Darknet ihr „Schicksal darüber hinaus in die Hand nehmen“.

 

Übers Darknet Marihuana beschafft: Student wollte Drogenhandel in Waldkraiburg aufziehen

Die Bestellung sollte an eine Paketstation in Waldkraiburg geliefert werden, kam trotz alledem dort keineswegs an. Drogenfahnder hatten das Rauschgift auf dem Leipziger Flughafen auf seiner Reise von Kanada in den Landkreis Mühldorf aufgespürt und an die Zollfahndung München weitergegeben. Die Münchner Beamen konnten bald die Identität des Bestellers klären und ihn festnehmen. Bei einer Hausdurchsuchung während dem Studierende fanden Ordnungshüter 7,13 Gramm Marihuana.

Staatsanwalt Alexander Foff aus Traunstein warf ihm dem Beschuldigten unerlaubten Import, Besitz und Geschäftsverkehr von Rauschgift in einer nicht unerheblichen Menge vor.

Darknet Drogen bestellen

Student ist geständig und vorbestraft
Als Zeuge wurde ein Ermittlungsbeamter des Zollfahndungsamtes München vernommen. Er gab an, dass seine Kollegen aus Leipzig das verdächtige Bündel im Zuge einer Stichprobe im Flughafen tendenziell zufällig gefunden hatten. Nachforschungen der Zollfahndung hätten ergeben, dass es für eine Paketstation in Waldkraiburg bestimmt war. An letztere waren allemal gleichermaßen 300 Druckverschlusstütchen geliefert worden – das sind je hundert marginale, mittlere und bedeutende Tüten zur Weitergabe des Rauschgiftes. Dadurch wollte der Student kontrollieren, ob das Liefern an die Paketstation funktionierte. Der junge Mann gestand, dass er die Rauschmittel im Darknet bestellt hatte.

Ein Blick in das Zentralregister ergab, dass der junge Mann ohnehin zweimal einschlägig aufgrund Betäubungsmittel-Missbrauchs vorbestraft war. Beim ersten Mal war er mit drei Wochen Jugendarrest in Landau davongekommen, im zweiten Fall – er wurde mit Rauschmittel in nicht unerheblicher Menge erwischt – bekam er eine Haftstrafe von einem Anno und fünf Monaten, die auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt war. Diese Bewährung ist noch nicht ausgelaufen.

In seinem Plädoyer bewertete Staatsanwalt Alexander Foff das Geständnis positiv. Ebenso sei Marihuana eine „weiche Droge“ und die Nummer habe ausschließlich nahezu über dem Grenzwert gelegen. Negativ fiel für den Staatsanwalt ins Gewicht, dass der Angeklagte längst zweimal aufgrund Drogenstraftaten vorbestraft sei und er die Aktion äußerst okay vorbereitet habe. Dies belegten die falsche Identität, die im Darknet beschafften Bitcoins und das Testen der Packstation. Foff forderte eine Haftstrafe von zwei Annos und neun Monaten.

Seit einem Anno drogenfrei
Rechtsanwalt Gerhard Decker führte für seinen Adressaten positiv an, dass solcher sein Leben abgeändert habe. Er habe den Studienort gewechselt, von seinem früheren Freundeskreis habe er sich total zurückgezogen. Der Student habe mit Hilfe Blutentnahmen nachgewiesen, dass er beinahe ein ganzes Anno drogenfrei gelebt habe. Dies solle er gleichwohl darüber hinaus beweisen können. Decker forderte eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe.