Liechtensteiner Bank im Rampenlicht

Liechtensteiner Bank im Rampenlicht wegen Geld, das von einem Darknet-Millionär im Rahmen einer Alpha-Bay-Untersuchung kanalisiert wurde.

Eine liechtensteinische Bank steht im Rampenlicht, nachdem Untersuchungen und Beweise in öffentlichen Unterlagen des Bezirksgerichts des südlichen Bezirks von Kalifornien darauf hinwiesen, dass die Bank Alpinum einem Dark-Web-Kriminellen den Transfer von Millionen von Franken ermöglichte.

Das US-Justizministerium hat vor zwei Jahren einen Kampf gegen Dark-Web-Kriminelle aufgenommen, der erfolgreich war. In einer gut koordinierten gemeinsamen Untersuchung von Europol und sechs anderen Staaten wurden mehrere illegale Dark-Web-Handelsforen, darunter die größte Plattform Alpha Bay, geschlossen.

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Die Operation führte zur Verhaftung von Dark-Web-Händlern, darunter Alexandre Cazes, ein Kanadier, der in Thailand Zuflucht gesucht hatte und sich dort in Sicherheit wähnte. Er wurde in dem südostasiatischen Land verhaftet, als die thailändische Polizei den Großteil seines Vermögens beschlagnahmte, darunter teure Fahrzeuge und Immobilieninvestitionen in Granada, Zypern und Antigua. Zu diesem Zeitpunkt besaß er über zehn Bankkonten in Thailand und mehrere Offshore-Konten auf den Grenadinen, in St. Vincent und bei der Loyal Bank, die ihn bereits als Kunden abgelehnt hatte. Die Bank Alpinum in Vaduz hingegen führte die Geschäfte mit ihm als gutem Kunden weiter.

Im Jahr 2017 schlossen die US-Behörden Alpha-Bay, den damals größten Dark-Web-Markt, der weltweit über 200.000 Kunden und 40.000 registrierte Verkäufer auf der illegalen E-Commerce-Seite hatte. Der Online-Marktplatz enthielt über 250.000 illegale Produkte, darunter Drogen, Schusswaffen und Waffen, giftige Chemikalien und Gifte, Malware und Hacking-Tools, Kinderpornografie, gefälschte Ausweise und über 100.000 gestohlene Zugangsdaten. Alexandre Cazes soll sein Geld nicht durch den Verkauf von Waren auf dem Markt verdient haben, sondern durch die Einführung einer Gebühr von bis zu vier Prozent für jeden abgeschlossenen Handel auf dem Online-Markt. Dies brachte ihm im Alter von 26 Jahren 21 Millionen Dollar ein, berichtet die Hannoversche Zeitung”. Alle Zahlungen erfolgten in Kryptowährungen.

Nach Angaben des FBI meldete Alexandre Cazes 2008 eine Firma namens EBX-Technologies an, die laut Registrierungsurkunde Softwareentwicklung und Webdesign anbot. Später stellte sich jedoch heraus, dass das Unternehmen dazu diente, seine illegalen Aktivitäten zu verschleiern und eine Erklärung für seine illegal erworbenen Millionen bei den Banken zu liefern. Er wurde von der thailändischen Polizei verhaftet und im Juli 2017 an die USA ausgeliefert, wo er sich wenige Tage später das Leben nahm.

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Die Ermittler hatten leichtes Spiel, nachdem sie seine E-Mail-Adresse auf der Homepage von Alpha-Bay gefunden hatten, wo er Administrator war. Die Hotmail-Adresse in seinem Namen, sein Geburtsdatum, PayPal und ein Dutzend Bankkonten wiesen auf seinen Aufenthaltsort hin.

Konto in Liechtenstein

Cazes schleuste mehr als 3 Millionen Dollar über das liechtensteinische Konto. Das Geld stammte angeblich aus seinen Immobilien- und Bitcoin-Investitionen über seine Firma Zug Bitcoin Suisse AG. Zu dieser Zeit hatte der Dark-Web-Millionär die zypriotische Staatsbürgerschaft auf der Mittelmeerinsel beantragt, die rechtlich ein “Citizenship by Investment Program” erlaubt. Laut dem Zürcher Anwalt H. Kälin Christian handelt es sich bei Cazes’ Vermögen um Erträge aus seinen illegalen Geschäften auf Alpha-Bay, die in Geldwäscherei verstrickt sind.

Die Bank wurde in der Zwischenzeit mit dem Fall konfrontiert, hat sich aber unter Berufung auf das Bankgeheimnis nicht dazu geäussert. Die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA), die Berichte erstellt und Bankenprüfungen durchführt, ließ über den Sprecher der Aufsichtsbehörde Folgendes mitteilen: “Die FMA ist weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft verpflichtet, im Rahmen ihres Aufsichtsauftrages Informationen weiterzugeben oder zu vermitteln.” Die Bank war wegen mehrerer Betrugsfälle in die Schlagzeilen geraten, an denen ein Manager beteiligt war, der Veruntreuungen stets durch interne Beschlüsse verbarg. Inzwischen ist ein ehemaliger stellvertretender Direktor der Bank Alpinum für fünf Jahre ins Gefängnis gekommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat er mindestens 13 Konten von Kunden geschädigt und gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen. Drei weitere ehemalige Mitarbeiter wurden vor Gericht wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt.

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